Klaus Hohenester
Rechtsanwalt

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Bank- und Immobilienrecht 
 
V. Ansprüche gegenüber der Bank
 
Während der Käufer gegenüber dem Verkäufer in aller Regel nur die Sittenwidrigkeit des Kaufpreises nachweisen muß, was durch ein Sachverständigengutachten erfolgt, ist es bedeutend schwieriger, die finanzierende Bank haftbar zu machen.
 
Zum einen kann das der Fall sein, wenn ein besonderes Näheverhältnis zwischen dieser und dem Verkäufer zu belegen ist (Stichpunkte: institutionalisiertes Zusammenwirken und verbundene Verträge).
 
Zum anderen ist es denkbar, daß die Bank von der sittenwidrigen Überteuerung des Kaufpreises wußte oder die mit der Bewilligung des Darlehens befassten Mitarbeiter vor deren Erkenntnis bewusst die Augen verschlossen haben.
 
So gibt es einige OLG-Entscheidungen, wonach die Bank aufgrund der Kenntnis der Nettomiete im Rahmen des sog. „vereinfachten Ertragswertverfahrens“ (Jahreskaltmiete mal 14) ohne weiteres hätte ermitteln können, daß der überschlägige Ertragswert weit unter dem Kaufpreis lag. Das führt zu einer Aufklärungspflichtverletzung und zu einem Anspruch des Käufers, gegen Übertragung des Wohnungseigentums von allen Verpflichtungen aus dem Darlehensvertrag freigestellt zu werden und sämtlichen Schaden aus dem Immobilienkauf erstattet zu erhalten.